Fragen & Antworten

Ist es rechtlich zulässig, eine Photovoltaikanlage selber zu montieren?

 Ja, eine Photovoltaikanlage darf mechanisch selbst montiert werden. Aber der elektrische Anschluss und die Inbetriebnahme müssen durch einen zugelassenen Elektriker erfolgen.


Welche Arbeiten darf ich im Detail als Privatperson durchführen?

  • Montieren der PV-Module auf dem Dach oder Carport
  • Verlegen der Solarkabel und Erdungskabel
  • Aufhängen des Wechselrichters und Aufstellen der Batteriemodule


Welche Arbeiten darf nur der Elektrofachbetrieb vornehmen?

  • Anschluss der PV-Module an den Wechselrichter
  • Anschluss der Batteriemodule an den Wechselrichter
  • Einbau des Smart Meters
  • Einbau der DC und AC Überspannungsschutze
  • Anschluss des Wechselrichters ans Hausnetz
  • weitere Arbeiten im Zählerschrank oder an der Hauseinspeisung
  • Konfiguration der Anlage
  • Fertigmeldung der Anlage beim Netzbetreiber
  • Erstellung des Inbetriebnahmeprotokolls


Kann ich die Voranmeldung der Anlage beim Netzbetreiber selber durchführen?

Ja, die Voranmeldung der Anlage beim Netzbetreiber kann als Privatperson selber durchgeführt werden.

Kann ich die Anlage selber im Marktstammdatenregister eintragen?

Ja, die Anlage darf als Privatperson selber im Marktstammdatenregister eingetragen werden.

Wie sieht es mit Versicherungen aus?

  • Die Anlage muss der Gebäudeversicherung gemeldet werden.
  • Die Anlage muss der Haftpflicht Versicherung gemeldet werden.
  • Es kann optional eine Photovoltaik-Versicherung (Allgefahrenversicherung) abgeschlossen werde. Diese sichert dann zusätzlich: Kurzschluss, Überspannung, Induktion, Tierbiss (z. B. Marder), Vandalismus oder Diebstahl, Bedienfehler, Material- oder Konstruktionsfehler, Brand, Sturm, Hagel, Schnee sowie Ertragsausfall bei Defekt ab.


Muss ich die Anlage beim Finanzamt melden?
So lange die Anlage als Privatperson betrieben wird und kleiner als 30kWp ist, muss sie nicht beim Finanzamt gemeldet werden.

Muss ich für die Einnahmen aus der Einspeisevergütung Umsatzsteuer abführen?

So lange die Anlage als Privatperson betrieben wird und kleiner als 30kWp ist, muss keine Umsatzsteuer abgeführt werden.

Muss ich die Einnahmen aus der Einspeisevergütung in der Einkommensteuererklärung angeben?

So lange die Anlage als Privatperson betrieben wird und kleiner als 30kWp ist, sind die Einnahmen aus der Einspeisevergütung befreit von der Einkommensteuer. Die Anlage kann aber auch nicht abgeschrieben werden. Dies wäre möglich, wenn ein Betriebsmodell als Stromunternehmen gewählt wird, was aber für Privatpersonen nicht empfehlenswert ist.

Welche Grenzen muss ich beachten?

  • Generell gilt für eine PV-Anlage, die als Privatperson betrieben wird, die Grenze für die installierte Leistung der PV-Module von 30kWp
  • Ab einer installierten Leistung von 25kWp muss die Anlage durch den Netzbetreiber fernsteuerbar sein (Leistungsregelung bei Netzüberlastung). Unterhalb von 25kWp hat man die Wahl, ob man auch die Fernsteuerbarkeit wählt, oder die Leistung der Einspeisung auf 60% der installierten PV Leistung begrenzt
  • Ab einer installierten Leistung von 7kWP muss ein Smart Meter verbaut werden.
  • In der Voranmeldung der Anlage muss die geplante PV-Leistung, Wechselrichter Leistung sowie Batteriegröße angegeben werden. Es kann sein, dass der Netzbetreiber hier Grenzwerte festlegt, die unterhalb der gesetzlichen Grenzen liegen, wenn das lokale Stromnetz Kapazitätsengpässe hat.


Wie hoch ist die Einspeisevergütung?
Die Höhe der Einspeisevergütung wird ca. halbjährlich den aktuellen Preisen für Solarstrom angepasst und hängt von der Anlagengröße und der Art der Einspeisung ab. Derzeit gilt (bis 1. August 2026):
Überschusseinspeisung (d. h. du verbrauchst einen Teil selbst, speist den Rest ein):

  • bis 10 kWp: 7,78 Cent/kWh
  • 10 bis 40 kWp: 6,73 Cent/kWh 

Volleinspeisung (d. h. du speist den gesamten erzeugten Strom ein):

  • bis 10 kWp: 12,34 Cent/kWh
  • 10 bis 40 kWp: 10,35 Cent/kWh


Wie lange dauert es, bis sich meine Anlage bei Selbstmontage amortisiert hat und ich damit effektiv Geld verdiene?
Aufgrund der deutlich geringeren Kosten durch die Selbstmontage amortisiert sich die Anlage auch deutlich schneller als eine Anlage, welche "schlüsselfertig" gekauft wurde. Damit ist auch die Restlaufzeit entsprechend höher, in der mit der Anlage Geld verdient wird.
Die konkrete Amortisationsdauer hängt von den Kosten der Anlage, der Art der Einspeisung, der Einspeisevergütung, dem Eigenverbrauch des PV Stroms sowie den Stromkosten ab. Bei den Anlagekosten spielt es eine große Rolle, ob ein Batteriespeicher verbaut wird oder nicht. Mit Batteriespeicher kann aber wiederum der Grad der Eigennutzung des PV Stroms erhöht werden.
Es kann also keine allgemein gültige Amortisationsdauer angegeben werden, zumal auch nicht bekannt ist, wie sich die Strompreise und Einspeisevergütungen entwickeln.
Generell kann aber gesagt werden, dass sich die Amortisationsdauer deutlich verkürzt, wenn der Grad des Eigenverbrauchs des PV Stroms hoch ist, da dadurch die sonst anfallenden Kosten für den Strom eingespart werden (derzeit ca. 35 ct/kWh). Diese Einsparung ist deutlich höher als die Einspeisevergütung (siehe oben).
Auf der Startseite ist ein Rechenbeispiel für eine 10kWp Anlage angegeben. Mit den dort getroffenen Annahmen bewegt sich die Amortisationsdauer je nach Eigenverbrauch zwischen etwa 3 und 8 Jahren.

Lohnt sich eine Speicher Batterie?
Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Ob sich eine Speicher Batterie wirtschaftlich lohnt, hängt vom konkreten zeitlichen Verlauf des Stromverbrauchs ab, und auch von der Menge. Wenn es nachts einen eher geringen Stromverbrauch gibt, wird sich eine Batterie eher nicht wirtschaftlich lohnen. Bei einem höheren Nachtverbrauch, z.B. wenn ein E-Auto nachts geladen wird, wird sich eine Batterie sehr wahrscheinlich wirtschaftlich lohnen.
Am besten lässt sich diese Frage durch eine Speichersimulation beantworten. Diese basiert auf dem tatsächlichen Stromverbrauchsverhalten eines repräsentativen Zeitraums (mindestens 1 Jahr). Diese sogenannten 1/4h Daten können beim Netzbetreiber erfragt werden. Selfsolar kann gerne eine solche Speichersimulation durchführen.
Wenn eine Notstromfunktionalität gewünscht ist, muss eine Speicher Batterie vorhanden sein.

Kann sich etwas bei meinem Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber über die Laufzeit ändern, wenn es politische Änderungen gibt?
Die Einspeisevergütung ist nicht nur vertraglich, sondern gesetzlich garantiert durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). D.h. der Netzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet, deinen eingespeisten Strom nach den jeweils bei Inbetriebnahme gültigen Sätzen zu vergüten. Die Höhe der Einspeisevergütung bleibt mit genau dem Satz, der zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme galt, für 20 Jahre ab Inbetriebnahme garantiert, plus das Inbetriebnahmejahr. Selbst wenn sich die politischen Rahmenbedingungen oder das EEG ändern, deine bereits bestehende Anlage ist durch „Bestandsschutz“ geschützt.

Ich habe gehört, dass es Probleme mit undichten Dächer geben soll, auf denen eine PV Anlage montiert wurde?
Bei unsachgemäßer Montage der PV Anlage besteht ein Risiko, dass einzelne Dachziegel durch z.B. eingebrachte Haarrisse mit der Zeit durch gefrierendes Wasser "gesprengt" werden und dann undicht werden.
Berichte zeigen, dass dies vor allem bei Anlagen auftritt, deren Montage durch die Solarfirma an reine Montagefirmen unterbeauftragt wurde. Diese arbeiten dann zur Profitmaximierung zum Teil mit ungelernten Arbeitskräften welche die Bearbeitung der Dachziegel schnell, aber unsachgemäß ausführen (z.B. mit dem Hammer).
Bei einer sorgfältigen Bearbeitung der Dachziegel durch umsichtiges Flexen und anschließende Klopfprobe (man hört es, wenn ein Riss im Ziegel ist), ist das Risiko eines späteren Schadens am Dachziegel so gut wie ausgeschlossen. Wenn diese Bearbeitung der Dachziegel selber durchgeführt wird (nach entsprechender Anleitung durch selfsolar, wenn gewünscht), ist bekannt, wie die Bearbeitung erfolgt ist und das Risiko kann so gut wie ausgeschlossen werden.
Es besteht auch die Möglichkeit, Metalldachziegel an den Stellen zu verwenden, wo die Dachhaken gesetzt werden. Diese erhöhen allerdings die Kosten der Anlage deutlich.

Ist es nicht zu gefährlich, sich auf dem Dach zu bewegen und dort zu arbeiten?
Ja, es stellt eine gewisse Gefahr dar, auf dem Dach zu arbeiten. Es sollten nur gesundheitlich fitte Menschen aufs Dach gehen. Auch sollte keine ausgeprägte Höhenangst vorliegen. Bei Regen, Nebel und Dunkelheit ist es tabu, aufs Dach zu gehen. Bei Kälte oder Hitze sollten die eigenen Grenzen beachtet werden und entsprechend Pause gemacht werden. Schnelle Bewegungen und Hektik sind ebenfalls tabu auf dem Dach. Es hängt auch davon ab, wie hoch das Gebäude ist und wie stark das Dach geneigt ist.
Generell kann aber gesagt werden, wenn obige Punkte beachtet werden, ist ein sicheres Arbeiten auf dem Dach sehr gut möglich. Es sollten je nach Gebäude Höhe und Dachneigung Seilsicherungen verwendet werden. Die Verwendung von Akkuwerkzeugen verringert die Stolpergefahr durch Stromkabel auf dem Dach. Es stellt sich mit der Zeit auch ein Gewöhnungseffekt ein, welcher aber nicht dazu führen darf, nicht mehr umsichtig zu handeln.
Durch die Erfahrungen und Anleitung durch selfsolar, kann ein sicheres Arbeiten auf dem Dach garantiert werden.

Muss ich ein Baugerüst aufstellen oder geht es auch ohne?
Es muss rein rechtlich gesehen kein Baugerüst aufgestellt werden. Wenn ein Baugerüst aufgestellt wird, sind hierbei die gesetzlichen Vorgaben für Dacharbeiten zu beachten.
Ein Baugerüst vereinfacht den Zugang zum Dach und auch den Materialtransport aufs Dach. Damit verkürzt sich die Zeitdauer der Montage. Die Kosten sind allerdings höher, wenn das Baugerüst gemietet werden muss. Wenn es keine zeitliche Begrenzung für die Montage gibt und ein Dachzugang auch über Leitern und/oder Dachfenster gegeben ist, kann auf ein Baugerüst verzichtet werden.

Welche Zeitdauer muss ich für die Selbstmontage der Anlage auf meinem Dach einplanen?
Die Zeitdauer der Selbstmontage hängt von vielen Faktoren ab. Der Größe der Anlage, der Anzahl der montierenden Personen, dem Zugang zum Dach (Baugerüst?) sowie der Dachneigung.
Erfahrungen zeigen, dass sich z.B. eine 10kWp Anlage bei sehr günstigen Bedingungen (5 Arbeitskräfte, Baugerüst, geringe Dachneigung) innerhalb von 2 Tagen montieren lässt. Bei ungünstigen Bedingungen (2 Arbeitskräfte, kein Baugerüst, hohe Dachneigung) kann die Montage der gleichen Anlage auch 7 Tage dauern.

Wie lange hält eine Photovoltaik Anlage?
Die PV Module haben eine Garantie von 30 Jahren, bis dahin fällt ihre Leistung nicht unter 87%. Erfahrungen zeigen, dass PV Module auch noch deutlich länger halten können. Die Wechselrichter und Batterien haben eine Garantie von 10 Jahren. Auch bei Wechselrichtern gibt es Erfahrungen, dass sie deutlich länger halten (z.B. auch 30 Jahre). Für Batterien im privaten PV Bereich gibt es noch keine Langzeiterfahrungen.
Eine PV Anlage kann auch immer durch äußere Einflüsse in der Lebensdauer eingeschränkt werden. Z.B. wenn es immer sehr hohe Windlasten und/oder Schneelasten auf den Modulen gibt. Die Module sind auf Kräfte ausgelegt, die 500kg pro m² entsprechen, was eine sehr hohe Last ist (z.B. eine Eisschicht mit der Dicke von 0.5m). Auch normalen Hagellasten können die PV Module widerstehen. Allerdings nicht Hagelkörnern mit Tennisball Größe.
Man kann also unter normalen Umweltbedingungen sagen, dass eine PV Anlage mindestens 30 Jahre hält. Es kann sein, dass je nach Auslastung der Wechselrichter und Batterien, diese ein bis zwei mal innerhalb dieser Zeit erneuert werden müssen.

Mit welchem Stromertrag kann ich rechnen?
Für eine Photovoltaik Anlage in Deutschland, auf einem Dach welches grob nach Süden ausgerichtet ist und eine Dachneigung zwischen 20° und 50° hat, gilt folgende Faustformel für den Stromertrag: pro 1kWp installierter PV Leistung ist mit einem jährlichen Stromertrag von 1000kWh zu rechnen. D.h. eine 10kWP Anlage bringt ca. 10000kWh Stromertrag pro Jahr.

Kann ich die PV Anlage in Smart Home integrieren?
Ja, die heutigen Wechselrichter und Smart Meter verfügen alle über die Standard Kommunikationsschnittstellen (Modbus, RS485), um in Smart Home eingebunden werden zu können. Damit kann z.B. über Shelly Schaltaktoren eine Wärmepumpe angesteuert werden, so dass diese bei PV Überschuss zusätzlich den Wasser Wärmespeicher hochheizt. Oder dass das E-Auto nur bei PV-Überschuss geladen werden soll.

Kann ich die PV Anlage für Notstrom bei Stromausfall verwenden?
Ja, die meisten Hersteller bieten Lösungen an, die eine Notstrom Funktionalität der PV Anlage erlauben. Entweder durch händisches Umlegen eines Schalters. Oder aber auch durch automatische Erkennung des Stromausfalles und so schnelles sofortiges Umschalten in den Notstrombetrieb, dass z.B. Computer gar nicht erst ausgehen. Es gibt auch Lösungen, welche bei sinkender Batterieladung oder zu geringer PV Leistung z.B. einen Diesel-Generator einschalten und dann auch wieder ausschalten, wenn wieder genügend elektrische Leistung vorhanden ist.
Für die Notstromfähigkeit der Anlage ist ein Batterie Speicher und in der Regel auch noch ein zusätzliches Gerät notwendig (mit Kosten im Bereich von ca. 700€).

Wo sehe ich, wie meine Anlage gerade funktioniert oder ob es Probleme gibt?
Alle Hersteller bieten die Überwachung der Anlage über das Handy und den Computer an. D.h. man kann in einer App oder im Browser sehen, wie die Anlage gerade funktioniert, welche PV Leistung gerade erzeugt wird, wieviel davon selber verbraucht wird, was eingespeist wird und wie der Ladezustand der Batterie ist. Darüber hinaus werden alle Daten gespeichert und man kann sich Statistiken über Tage, Monate und Jahre anschauen. Darüber ist dann auch eine Aussage über die Degradation der Anlage möglich (wenn die Jahresleistung über die Jahre leicht sinkt). Probleme, Warnungen und Fehlermeldungen werden ebenfalls in der App angezeigt.

Muss ein Internet Anschluss vorhanden sein?
Ja, es muss ein Internet Anschluss vorhanden sein. Heutige Anlagen werden von den Herstellern fernüberwacht, was für die Garantie und vor allem die Gewährleistung wichtig ist. Wenn z.B. erkannt wird, dass sich die Batterie abnormal verhält, wird sie abgeschaltet und eine Fehlermeldung ausgegeben. Ohne Internet Anschluss lassen sich die Anlagen auch nicht konfigurieren. Wenn eine laufende Anlage den Internet Anschluss verliert, geht sie je nach Hersteller, nach einer gewissen Zeit in einen sicheren Notbetrieb mit deutlich reduzierter Leistung.

Muss die PV Anlage aktualisiert werden?
Ja, es ist ratsam die Anlage immer auf dem aktuellsten Stand der Firmware zu halten. Damit ist die beste Funktionalität und auch Sicherheit gewährleistet. Die Firmware Updates werden vom Installateur per Fernzugriff eingespielt. Selfsolar bietet hierfür ein attraktives Wartungsangebot an, welches für eine Jahrespauschale alle drei Monate sämtliche Updates einspielt.